10 Tipps für eine glückliche Beziehung

So bleibt die Liebe frisch

Wenn der allerletzte Schmetterling davon geflattert ist und das Herz wieder im Normaltempo schlägt, verschwindet zwar die Aufregung, aber die Partnerschaft wird – mit ein wenig Pflege – nun immer schöner. Was es für eine glückliche Beziehung braucht, erklären wir hier.

Es gibt die eine große Liebe, die bis ans Lebensende dauert – dieser Meinung ist laut einer Umfrage die Mehrheit der Deutschen. Mehr als 65 Prozent der Befragten glauben daran. Als Grund für diese optimistische Einschätzung nennen viele die positiven Beispiele im Bekanntenkreis. Und das, obwohl laut statistischem Bundesamt mehr als ein Drittel der Ehen innerhalb der ersten 25 Jahre wieder geschieden wird. Das heißt aber auch: Gut zwei Drittel der Paare bleiben zusammen und retten ihre Liebe über die Zeit. Bleibt nur die Frage: Was ist es, das zwei Menschen zusammenhält? Schließlich hat man als Paar einige Herausforderungen zu meistern: Angefangen beim Alltag, dann kommen vielleicht Kinder zur Welt, die die Prioritäten ändern und die Zeit, die man zu zweit hat, auf ein Minimum reduzieren. Dazu gesellen sich häufig noch Marotten und Angewohnheiten, die einem erst im Lauf der Zeit (meist nicht im positiven Sinne) auffallen. Wenn spätestens nach zwei Jahren das Bauchkribbeln verschwindet, zählen Vertrautheit, Güte und Großzügigkeit. Psychologen haben herausgefunden, dass das der Kitt für lange und glückliche Beziehungen ist.

1 Gemeinsam Bilanz ziehen

Was haben wir zusammen erreicht? Welche Träume konnten wir uns erfüllen? Welche Krisen haben wir gemeistert? Sich immer mal wieder klarzumachen, wie stark man als Paar ist, fördert das Gefühl, ein gutes Team zu sein – und stärkt so die Beziehung.

2 Miteinander reden – und reden. Und reden 

Frischverliebte erzählen sich alles voneinander, quatschen manchmal ganze Nächte durch. Sich das Interesse aneinander zu bewahren, auch mal über etwas anderes als Alltagsdinge zu sprechen, führt dazu, dass wir unseren Partner wieder neu entdecken.

3 Fair streiten – und sich auch wieder vertragen 

Natürlich gerät man sich ab und zu in die Haare – das ist normal und wichtig. Bei allem Ärger sollte man dabei aber niemals gemein oder abwertend werden. Kränkungen verletzen – dauerhaft. Also fair bleiben, den anderen ausreden lassen und gut zuhören.

4 Kleine Gesten statt großer Taten

Ein Zettel mit einer kleinen Botschaft, die Lieblingsschokolade oder Blumen: Solche Aufmerksamkeiten machen froh und stärken die Liebe.

5 Erfolge anerkennen und gemeinsam feiern

Jeder braucht Lob und Zuspruch, beim Partner vergessen wir das manchmal. Über Erreichtes kann man sich noch viel besser gemeinsam freuen.

6 Den Sex nicht vergessen

Keine Sorge, Sie müssen jetzt nicht in zwickenden Dessous komplizierte Stellungen ausprobieren. Es geht hier nur um körperliche Nähe und Intimität. Das kann der kuschelige Gewohnheits-Sex sein, fast wichtiger sind aber kleine Alltags-Zärtlichkeiten wie Küsse, Umarmungen und auch kleine Berührungen.

7 Smartphonefreie Zeiten vereinbaren

Wer ständig mit dem Handy beschäftigt ist, schenkt dem Partner weniger bzw. zu wenig Aufmerksamkeit. Das schadet der Partnerschaft.

8 Eigene Freundschaften und Hobbys pflegen

Natürlich ist es schön, Dinge gemeinsam zu unternehmen. Spannender ist es aber, wenn jeder auch mal seinen Interessen nachgehen kann.

9 Mit Ritualen die Beziehung stärken

Klingt einfach, ist aber supereffektiv: Nehmen Sie sich bewusst Zeit füreinander – etwa, indem Sie einen Abend in der Woche für einen Kinobesuch oder zum Essengehen reservieren. Oder lassen Sie im Bett den Tag noch mal Revue passieren – gemeinsam.

10 Zusammen kochen, denn Liebe geht durch den Magen

Gemeinsam schnippeln, schon mal einen Wein trinken, in Ruhe plaudern und dann schön essen. Ein echtes Geheimrezept!

„Verliebtheit bedeutet auch Stress

Der Psycho-Therapeut und Coach Hoger Kuntze (www.holgerkuntze.de) berät in Berlin Paare. Mehr Infos findet man in seinem Buch „Lieben heißt wollen“ (18 Euro, Kösel-Verlag)

Alle träumen davon, aber kann man in einer Partnerschaft wirklich dauerhaft verliebt bleiben?

Verliebt zu sein, ist für den Körper ein einziger Ausnahmezustand, der vor allem durch Adrenalin ausgelöst wird. Das ist aber auch ein Angst- und Stresshormon. Wenn wir länger als ein paar Monate so leben würden, würden wir irgendwann kollabieren. Es ist weder möglich noch sinnvoll, verliebt zu bleiben.

Warum ist das Gefühl der Verliebtheit dann so reizvoll?

Zum einen kennen wir dieses Gefühl aus der Pubertät, als wir es zum ersten Mal und vielleicht auch am intensivsten erlebt haben. Es ist für uns etwas sehr Positives. Zum anderen wird in unserer Gesellschaft Verliebtheit, dieser Adrenalin-Kick, auch sehr propagiert.

Wie sehr beeinflusst das, was wir zum Beispiel in Filmen sehen, was wir in der Liebe erwarten?

Die Vorstellung, die wir von Liebe oder Verliebtheit haben, ist ein soziales Konstrukt. Filme, Werbung und auch Lieder vermitteln, dass es möglich wäre, in einem stetigen Gefühl von Glück und Aufregung zu leben. Und das verinnerlichen wir unterbewusst. Ein weiterer Punkt: Die Qualität, die langjährige Beziehungen haben, lässt sich nur ganz schwer medial darstellen – sie kann man eigentlich nur erleben.

Was macht denn eine gute Partnerschaft überhaupt aus?

Es geht darum, das, was ich habe, auch wertzuschätzen und mit dem Partner zu wachsen. Die Partner sollten sich wahrhaftig begegnen, über alles ehrlich reden, ihre Bedürfnisse formulieren und gemeinsam Krisen überwinden können.

Und wie unterscheidet sich die von einer normalen Freundschaft? 

Liebe ist mehr als nur Interessen miteinander zu teilen. Das Miteinander und die Dauer einer Beziehung haben eine eigene Qualität, das ist eine Herzenskategorie. Man verbringt Zeit mit dem Mensch, mit dem man viel erlebt hat – und schmiedet gemeinsame Pläne.

Welche Strategien helfen Paaren, ihre Liebe lebendig zu halten?

Zum einen ist kurzfristige gemeinsame Aufregung super. Indem wir mit dem Partner neue Dinge ausprobieren, ist er uns wieder ein bisschen fremd – und das wirkt anziehend. Zum anderen vertieft sich eine Beziehung, wenn man einander in die Seele schaut – etwa indem man wahrhaftige Gespräche führt, in denen man seinen Partner an seinen Gedanken teilhaben lässt.

Und wenn einer nicht über seine Gefühle sprechen möchte?

Nicht alle Menschen können gleich gut über sich Auskunft geben. Wenn jemand dafür keine Worte hat, ist das in Ordnung. Es reicht, dem anderen zuzuhören.

Gibt es die große Liebe nicht, oder geben Paare nur zu schnell auf?

Liebe muss man wollen. Wer ständig verliebt sein möchte – und so Partnerschaften immer wieder beendet –, rennt einer Karotte hinterher, die er nie erreicht. Aber sehr viele Menschen leben die Liebe. Dauerhaft und meist zufrieden.

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